Was nützt entschlacken?

Die Medien sagen es uns jeden Tag – der Körper muss entschlacken. Die Altlasten des Lebens müssen aus dem Körper entfernt werden. Eine regelmäßige Reinigung ist unbedingt notwendig. Ist das wirklich so? Es gibt eine Menge Gründe, die genau das Gegenteil beweisen und sogar aussagen, dass das Entschlacken totaler Humbug ist. Der Bauch beispielsweise muss nicht entgiftet werden, denn das tut er von ganz allein. Einige Methoden versprechen, dass der Verdauungstrakt eine Grundreinigung bekommt und dass man sich nach dem Entschlacken wieder wie neu geboren fühlt. Die Idee, dass durch Fasten und sehr viel Flüssigkeitszufuhr eine Reinigung im wahrsten Sinne des Wortes vonstatten geht, ist jedoch nicht nachweisbar.
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Es mag durchaus Sinn machen, wenn ein oder zwei Tage gefastet wird, jedoch hat dies nichts mit einer Reinigung zu tun. Unterm Strich wird eine Diät unterstützt und das Abnehmen kann wesentlich leichter vonstatten gehen. Vor etwa 30 Jahren hat ein Arzt geäußert, dass der Darm wie ein Ofenrohr von seinen Schlacken befreit werden müsse, damit er wieder besser zieht. Es ist durchaus eine gute Vorstellung, jedoch ist sie mit dem menschlichen Körper nicht stimmig. Der Darm des Menschen ist nun mal kein Ofenrohr und Schlacke gibt es dort auch nicht. Es ist ein selbstreinigendes Organ und das seit Anbeginn der Menschheitsgeschichte.

Was nützt entschlacken?

Die Muskeln des Darms halten den Inhalt ständig in Bewegung. Es wird Schleim gebildet, der die Nahrung in den Verdauungskanal transportiert und durchgleiten lässt. Die Schleimhaut des Darms stößt darüber hinaus immer wieder Zellen ab. Es kann sich medizinisch nichts festsetzen, und schon gar nicht Schlacke. Es ist zudem in keiner Studie nachgewiesen, dass entschlacken wirklich einen gesundheitlichen Nutzen hat. Es ist jedoch nachgewiesen, dass es gar keine Schlacke im Körper gibt. Eine Fastenkur, wie sie viele Menschen machen, ist für ein dauerhaftes Abnehmen mehr als ungeeignet. Durch den enormen Verzicht auf feste Nahrung stellt sich der Körper auf eine Notsituation ein.

Er hält alles fest, was ihm Energie liefern kann.

Bevor das verbraucht ist, könnten ernsthafte gesundheitliche Risiken auftreten. Der Mensch ist nicht dafür geschaffen, dass er die Nahrung weglässt. Es gibt viele, die vom Entschlacken überzeugt sind und die ein bis zwei Mal im Jahr eine Fastenkur machen. Doch die radikale Variante ist nicht immer die gesündeste. Es kann zu Kreislaufversagen kommen, der Körper hat Mangelerscheinungen. Oft werden sogar Produkte aus der Pharmaindustrie angewandt, damit das Fasten leichter durchzuhalten ist. Das schwächt den Körper nochmals. Beim Entschlacken wird lediglich der Geldbeutel gereinigt, aber nicht der Körper.

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